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Google, Bing, Yahoo in der Veränderung

Immer stärker bindet Microsoft die sozialen Netzwerke in Bing ein, während Google ausführliche Kontextinformationen liefern will. Fakt ist, dass sich die Welt der Suchmaschinen rapide verändert; dabei sind die derzeitigen Veränderungen nur der Anfang der Evolution.

Lange Zeit war es auf dem Suchmaschinen-Markt sehr ruhig – zu ruhig für die Suchmaschinen. Sicher wurde das Produkt von Google Schritt für Schritt weiterentwickelt, doch das machte nur in der SEO-Szene Furore,  während die Nutzer nur selten davon irgendetwas mitbekamen. Yahoo kam diesen Bereich komplett auf und Microsoft konnte der Versuchung nicht widerstehen sich in Bezug auf die Suchmaschine stark an Google zu orientieren. Die kleineren Konkurrenten, die sich auch im Web tummeln, kamen noch dazu, doch diese waren und sind viel zu unbekannt. Wer sucht schon über Wolfram Alpha oder Duckduckgo.

Für das dunkle Zimmer sind die Suchmaschinen Google und Bing in naher Zukunft absolut keine Angelegenheit mehr, fürs dunkle Wohnzimmer mehr, man denke an Symboltext zu Symbolbild und daran, dass bei den Suchmaschinen die sozialen und semantischen Elemente immer mehr Gewicht bekommen.

Derzeit sind die Suchmaschinen wieder aktiv – es tut sich was. Die Suche bekommt zwei Elemente neu hinzu. Mit „Search, plus your World“ will Google die Ergebnisse aus Google+ in die Suche zu lassen, das hat Google schon vor einiger Zeit kundgetan. Eine heftige Kritik aus der Angst geboren, dass Google in der Suche seine eigenen Produkte bevorzugt. Dabei wird die Suche sozial und bezieht auch die sozialen  Netzwerke ein, damit die Ergebnisse relevant bleiben und die Suchmaschine bessere Ergebnisse liefern kann.

Jetzt mischt Microsoft mit und kommt ins Spiel. Große Änderungen wurden am Donnerstag angekündigt und zwar Änderungen bei Bing. Auch bei Bing werden die sozialen Netzwerke wie Twitter und Facebook einbezogen. Bei Bing können Nutzer der sozialen Netzwerke an Freunde direkt von der Bingseite aus Anfragen stellen. Gleichzeitig können sie auch sehen, ob es für diese bestimmte Thematik im Online-Freundeskreis oder offenem Web einen Fachmann gibt. Diese Neuerungen kommen neben einer separaten Darstellung von Karten oder Rezensionen zum Tragen.

Wer antwortet mir – eine Lücke, die noch vorhanden ist?

Microsoft nutzt hier sowohl den exklusiven Zugang zu Twitter. Aber auch zu den öffentlichen Updates von Facebook. Die Folge ist, dass Microsoft hier eine Lücke schließen will. Bisher war es icht möglich von Nutzern, die nicht zu den Kontakten des Suchers gehörten, Informationen zu bekommen.

Fragen bietet Facebook an, aber völlig undurchschaubar – und das trotz API – ist „Facebook Questions“, sodass dieses kaum genutzt wird. Quora ist und bleibt unübersichtlich und hat sich lediglich in technologienahen Feldern bewährt, bei anderen Möglichkeiten hat es kaum Einfluss. Keine Sammelseite gibt es auch bei  Twitter. Weder eine Sammelseite noch ein  einheitliches Hashtag (gerne verwendet werden (#asktwitter oder #followerpower). Deshalb kann bei einer Suchmaschine eine derartige Bündelung sinnvoll sein, wenn sich der Umweg über Bing als möglich, einfach und praktikabel zeigt.

Google marschiert in eine ganz andere Richtung. Ein eigenes Forschungsfeld ist die semantische Suche inzwischen geworden. Google baut auf die Verknüpfung von Informationen, die weit über die Keywords hinausgehen. Wie so etwas aussehen könnte zeigt ein Screenshot bei Engadget,: Bei der Suche nach einer bekannten Person erhält der Suchende eine Kurzbiografie und weitere, mit der Person in Zusammenhang stehende Keyword – alles auf der rechten Seite der Ergebnisliste.

Nicht ganz neu ist diese Art der Darstellung von Informationen. Rahmendaten zu fast jeder Suchanfrage finden sich auch bei Wolfram Alpha und wer hier nach einem Land sucht, der erhält als Informationen z. b.  Name, Statistiken Flagge, Nachbarländer und Karte.

Längere Verweildauer durch mehr Informationen

Zusätzliche Keywords, die die bisherigen „verwandten Begriffe bei der Suche“ ergänzten, bietet alle Suchmaschinen an. Google bietet dies in Form von Instant Searchan. Bedeutend relevanter sind die semantisch gefilterten Keywords.  Das resultiert daraus, dass ein bestimmtes Kontextwissen in die Suche mit einfließt und nicht nur die Masse. Im englischsprachigen Bereich hat des Duckduckgo geschafft derartige Keys, die sinnvoll sind, anzubieten.

In Zukunft wird die Suche bei den Suchmaschinen entweder sozial oder semantisch sein – oder eine Kombination. Wie diese aussieht, weiß man noch nicht, doch im Idealfall kann ich auf eine Frage eine Antwort mit Kontext und Hintergrundinformationen erhalten. Das kann z. B. so aussehen, dass man bei  Google, wie es auch dort schon rudimentär möglich ist, seine Frage stellt. Auf die Frage „what is 5+2?“ erhält der Nutzer nicht nur die Hintergrundinformationen und eine Antwort, sondern auch Hinweise auf die Nutzer, die sich schon mit dieser Thematik befasst haben und etwas dazu sagen können oder die Antwort auf diese wissen. Aber auch solche, die helfen die Antwort zu suchen, weil sie gerade Zeit dafür haben.

Sicher geht es auch den Suchmaschinen darum, dass die Nutzer länger auf ihrer Seite verweilen. Dazu geben sie immer mehr Informationen preis, damit dies auch der Fall ist. Zwangsläufig stellt hier die Frage, wo die Darstellung ihre Grenzen hat. Dass die regulären Suchmaschinen-Oberflächen nicht ausreichend Platz für Kontext-Informationen haben, zeigen sowohl der Google-Screenshot als auch die dreispaltige Bing-Suche.

Es steht zu befürchten, dass die nächste Stufe der Evolution noch bevorsteht und ob das die letzte sein wird, ist mehr als fraglich. Wenn die Suchmaschinen erwachsen geworden sind, dann könnten die derzeitigen Oberflächen könnten dem Vergleich eines internetfähigen, aus dem Jahre 2006 stammenden Nokia-Handy mit einem Touchscreen-Smartphones von heute standhalten.

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