Daseinsberechtigung von Affiliate Webseiten

Es gibt viele Möglichkeiten im Internet Geld zu verdienen. Und da dies in der Regel über Besucher geschieht, kommt dabei immer auch die Suchmaschinenoptimierung ins Spiel. Egal ob Onlineshop, Ratgeber Magazin, Blog oder reine Affiliate Seite – SEO scheint sich für alle zu lohnen. Erstaunlich, da gerade bei Webseiten, die sich von Affiliate Einnahmen finanzieren, die Provisionen pro Sale teilweise bei müden 5% liegen. Was macht das Geschäft so einträglich, dass dafür teurer Linkaufbau Kauf genommen wird?

Insbesondere bei reinen Affiliate Seiten stellt sich oft heraus, dass die Betreiber selbst aus der SEO Branche kommen. Klar, es bietet sich ja auch an, sein Fachwissen einzusetzen, um so, ganz nebenbei ein wenig Geld dazu zu verdienen. Außerdem lassen sich überall Synergieeffekte nutzen (Linkaufbau, Wissenseinsatz, Networking). Aber sollte gute Suchmaschinenoptimierung nicht effektiver eingesetzt werden, beispielsweise für Onlineshops mit hohen Margen und großem Umsatzpotential? Im Grunde ja, denn hier ist der ROI in der Regel bedeutend höher. Trotzdem schießen Affiliate Projekte wie Pilze aus dem Boden, betrieben von kompetenten Suchmaschinenoptimierern, die entweder etwas nebenbei verdienen, oder zum Teil sogar ganz gut davon leben können. Auf der anderen Seite sucht die Wirtschaft verzweifelt nach guten SEOs.

Was auf den ersten Blick paradox erscheint, kann aber auf verschiedene Weise erklärt werden. Insbesondere sind Affiliate Einnahmen tatsächlich für viele nicht der (einzige) Grund Projekte dieser Art zu starten. Eine Vielzahl an Faktoren geben der Affiliate Seite ihre Daseinsberechtigung:

  • Die Seite dient als Linkquelle, eingesetzt für den Linkaufbau anderer Projekte
  • Die Seite dient als Testobjekt. Es lassen sich schnell und günstig Webseiten aufsetzen, die in ihrer Struktur einem Onlineshop sehr ähnlich sind (Thema, Webseitenarchitektur, Zielgruppe, Linkprofile,Trustelemente,…). Hier ein Beispiel für einen Shop für Männergeschenke.
  • Der Betreiber hat die Möglichkeit einer selbständigen Arbeit nachgehen zu können, die nicht viel Startkapital erfordert.
  • Ein Betreiber vieler kleiner Affiliate Seiten ist äußerst flexibel, was z.B. Trends und die Wahl der Themen angeht.
  • Natürlich sind auch einige Hobby Seiten dabei, die im Laufe der Zeit immer mehr die Chance ergreifen, das Zubrot von Affiliate Einnahmen mit zu nehmen.
  • Insbesondere für alle, die berufsbedingt schon im Online Marketing aktiv sind, lässt sich die Projektierung der Seite und die Suchmaschinenoptimierung leicht (mal nebenbei) umsetzen.

Auf der anderen Seite steht jedoch immer die Frage – Was hält Google von Affiliate? Und wie lange können sich die Projekte noch in den SERPs behaupten? Solange Shops keine Kapazitäten für die Erstellung von Content oder Webseiten haben, macht es sicherlich Sinn, dass Produkt durch Affilitates zu vermarkten. Doch oft genug, machen sich Shops und Affiliates gegenseitig Konkurrenz. In diesem Fall wird dem Suchmaschinennutzer eigentlich kein Mehrwert geboten. Die inhaltlichen Zusatzinformationen, die man auf Affiliate Seiten zu lesen bekommt sind auch oft nicht besonders hilfreich. Bleibt abzuwarten, ob Google da nicht in Zukunft mit aufräumt. Schließlich können sich Affiliates meistens da behaupten, wo Google noch nicht das optimale Suchergebnis zu einer Produkt Suchanfrage liefert. Sie schließen also nur eine Lücke, die Google eigentlich gerne schließen würde.

4 Kommentare "Daseinsberechtigung von Affiliate Webseiten"

  1. Martin   29. September 2012 at 12:40

    Die Frage die ich mir oft stelle: wie lange halten sich eigentlich reine Affiliate-Seiten auf guten Positionen?
    Wenn ich beispielsweise eine Affiliate-Seite zum Thema Funkradio erstelle und dort ausschließlich Informationen und einen Link zu conrad oder was auch immer einbinde, kann ich mir nicht vorstellen dass Google mich dauerhaft vor den Shops stehen lässt die tatsächlich Funkradios verkaufen oder hat jemand damit Erfahrungen gemacht langfristig auch zu interessanten Begriffen mit einer Affiliate-Seite zu ranken?

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  2. Der Stuttgarter Webdesigner   27. Oktober 2012 at 19:19

    Vielen Dank für diesen Beitrag.

    Als SEO sollte man bei Affiliateseiten darauf achten, dass der Content erstklassig ist und dass das Verkaufen des Produkts nicht an erster Stelle (und um jeden Preis) kommt. Der Nutzer darf auch nicht das Gefühl haben, dass die Seite Verkaufsabsichten hat.

    Was Google von den Affiliate-Seite hält, kommt ganz auf den Content an.

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  3. Bridgette R. Cantrell   17. Januar 2013 at 16:08

    Der vergleichsweise neue Canonical Tag (man spricht auch von ‚Canonical Link‘, ‚Canonical URL‘ oder ‚URL Canonicalization‘) ist ein weiterer Schritt der großen Suchmaschinenbetreiber (insb. Google), um des ‚Duplicate Content‘ Herr zu werden. Duplicate Content beziehungsweise Near-Duplicate Content liegt vor, wenn zwei oder mehrere Seiten (unterschiedliche URLs) gleiche oder fast gleiche Inhalte zeigen. Duplicate Content kann sich negativ auf das Suchmaschinen-Ranking einer Internetseite auswirken, da Suchmaschinen doppelte Inhalte filtern, um den Usern keine inhaltsgleichen oder sehr ähnlichen Treffer anzuzeigen, die die Qualität der Suchergebnisseiten (SERP) mindern würden.

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  4. idebenone   19. Februar 2013 at 01:49

    So kann man das Fazit ziehen, dass es nicht leichter wird, neue Links zu bekommen, gerade für unsere Affiliate-Projekte ist es inzwischen sehr zur Herausforderung geworden, Links für die Projekte zu besorgen. Wer an dieser Stelle aber die bisherige Kontinuität nicht beibehält und den Linkaufbau für einige Wochen oder gar Monate nur spärlich betreibt oder gar ganz aufgibt, der verschenkt wertvolle Positionen im Ranking. Nur das Zusammenspiel von ständig neuen Inhalten und auch neuen sinnvollen Links garantiert langfristig eine gute Suchmaschinenpositionierung. Längere Pausen in den beiden Paradedisziplinen werden selten toleriert.Da man mit frei zu erhaltenen Links bei vielen Themen zum Greisen werden kann, heißt es für viele Webmaster anständig Backlinks kaufen . Das ist insbesondere für Nischenseiten sinnvoll. Wer allerdings bei Quellen wie einem Internetauktionshaus zuschlägt, der kann auch böse Überraschungen erleben. Sind die gekauften Links zu minderwertig, oder nicht nah am eigenen Content, spielt man mit einer Verbannung aus den Suchergebnissen.

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